Kosten beim Dachdecken

Kosten beim Dachdecken

Sowohl beim Neubau als auch bei der Renovierung muss die effektive, schützende Deckung des Hauses bedacht werden.

Dachneigung mit Dachdeckung abstimmen

Jede Dachneigung ist denkbar. Da Flachdächer auch begehbar sein sollen und ihrerseits vor Wetter und vor der Sonneneinstrahlung geschützt werden, wird mit Bitumen gedichtet und mit Schotter trittfest abgedeckt. Abflüsse müssen geplant werden, Absturzsicherungen in Form von erhöhten Wänden oder Zäunen angebracht werden.

Mit zunehmender Dachneigung werden mehr und mehr verschiedene Deckungsarten möglich. Das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden und muss mit der Baubehörde abgeklärt werden. Bei bestehenden Dächern, die renoviert bzw. gänzlich erneuert werden, besteht die Möglichkeit, dem Dach ein geändertes Erscheinungsbild zu geben. Hier sind den Kosten keine Grenzen gesetzt, da sowohl kostengünstige Kunststoffziegel, großflächige Wellplatten, etwa aus Aluminium, Blechdacheindeckungen oder aufwendig gestaltete, glasierte Tonschindeln angeboten werden.

Auf die Kosten beim Dachdecken kann es sich sehr wohl auch auswirken, ob am Dach nur einige Schindeln ausgewechselt werden, da nach 20 Jahren unter Umständen keine kompatiblen Schindeln mehr zur Verfügung stehen.

Kosten beim Dach decken
Wie teuer die (Neu-)Bedachung wird, hängt u.a. von der Verfügbarkeit der Dachschindeln ab. Foto von Pexels unter der CC0 Lizenz

Unterkonstruktion

Wird der Raum direkt unter dem Dach genutzt, wird eine Kaltdach-Variante gewählt:
Zwischen den zwei Schalen der Dachkonstruktion kann die Außenluft zirkulieren. Die innere Schale ist wärmegedämmt. Die Konterlattung hebt die äußerste Haut des Daches, die Schindeln o. ä., bis zu einer Hand breit über die Dachkonstruktion hinaus.
Wird der Dachraum nicht genutzt, wird die Deckung als Warmdach direkt auf die Schalung aufgebracht.
In jedem Fall muss aber die Unterkonstruktion überprüft werden:

  • Schimmel- oder Käferbefall muss ausgeschlossen sein,
  • die Güte des Holzes muss überprüft werden und
  • die Tragfähigkeit auf das Gewicht der gewünschten Eindeckung abgestimmt sein.

Besonders Ton- oder Betonschindeln belasten das Dach enorm, haben aber den Vorteil, bei Sturm besser zu halten.

Eindeckungsarten

Bei geeigneter Neigung lassen sich alle Eindeckungsarten anbringen. Wichtig ist, dass die Ablaufgeschwindigkeit des Wassers genügend hoch ist, damit es nicht seitlich in den Spalten zwischen den Schindeln eindringen kann. Entsprechendes Dichtungsmaterial, besonders an allen vier Dachrändern, muss ebenfalls berechnet werden.
Bitumenschindeln oder größerflächige Dachpappe sind sehr kostengünstige Varianten, aber anfällig für Schäden, die z. B. herabfallende Äste erzeugen können oder anfällig bei Sturm, da unterschiedliche Druckverhältnisse die Pappe aufreißen können. Außerdem leidet das Material unter der Sonneneinstrahlung und wird brüchig.

Video: Anleitung zum Dachdecken

Dachschindeln aus Ton oder Faserzement werden an der Lattung eingehängt und können in sturmgefährdeten Gebieten geklammert werden, was zusätzliche Kosten erzeugt.
Die Überlappung der Eindeckung und damit die indirekte Vergrößerung der Dachfläche muss genauso bedacht und berechnet werden.

Dauben, Kehlen, Rinnen

  • Dauben brechen die Dachschräge und sind somit viel flacher als das übrige Dach. Die gesamte Eindeckung muss vom Stil her zusammenpassen. Die Seitenflächen der Dauben müssen ebenfalls geschützt werden. Hier ist die Hauptwindrichtung von großer Bedeutung, die den Regen zwischen die Schindeln drücken kann. Eine besondere Abdichtung ist notwendig.
  • Kehlen entstehen dort, wo Dachteile in einem Innenwinkel aneinander stoßen. Meist wird an diesen sensiblen Stellen Blech verarbeitet, das wegen seiner schweren Zugänglichkeit bereits beim Verlegen etwa mit speziellem Anstrich geschützt werden sollte.
  • Rinnen sind jegliche Abläufe, die das Wasser sammeln und kontrolliert vom Dach und der Hauswand ableiten. Ihnen kommt eine wichtige Aufgabe zu, die nicht unterschätzt werden darf, da Spritzwasser über längere Zeit zu Schäden am Dach und dem Haus führt.

Durchbrüche beim Dachdecken beachten

Diverse Dachdurchbrüche lassen Ecken und Kanten entstehen, die das Eindringen von Wasser erleichtern, aber auch Ansatzpunkte für einen Sturm sein können.

  • An Schornsteinen rinnt das Regenwasser an den Dachdurchbruch und wird durch eine spezielle, teils eingemauerte Blechkonstruktion auf die Dachfläche abgeleitet.
  • Dachflächenfenster oder Halterungen für Solarpaneele und TV-Schüsseln bedürfen einer gesonderten Konstruktion am Dach.

Fazit und Kosten

Pro Quadratmeter Dach muss mit Materialkosten zwischen 10 und 30 € gerechnet werden. Zusätzlich wird die Arbeitszeit von einer halben Stunde veranschlagt. Das Unterdach wasserdicht zu bekommen, kann ebensoviel kosten.
Ein allfälliges Gerüst für die Sicherung der Arbeiten kann je Quadratmeter etwa 5 € für vier Wochen kosten.
Wird die Grundlattung, sowie die Konter- und Traglattung erneuert, kommen noch einmal 5 € je qm dazu.
Der Ortgang verschönert nicht nur das Haus sondern trägt auch das Regen abführende Blech an der Stirnseite des Hauses.
Schneestopper und Auffanggitter schlagen sich mit 10 bis 80 € je Meter bzw. Quadratmeter zu Buche.
Eigenleistungen sind bei Dachdeckungen nicht angeraten, da einerseits die Gewährleistung entfällt, andererseits eine mögliche Förderung der öffentlichen Hand bzw. die steuerliche Absetzbarkeitt entfällt.

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3 Gedanken zu “Kosten beim Dachdecken

  1. Wie heisst es so schön. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Und so können natürlich auch die Kosten beim Dachdecken, gerade wenn es sich um alte Häuser handelt, schnell explodieren. Gerade wenn der Dachstuhl z.B. von Holzwürmern angefressen ist

  2. Wir sind auch grad dabei unser Dach neu zu gestalten. Da kommt dieser Beitrag gerade recht. Die Ideen und Tipps sind auf jeden Fall sehr hilfreich.

  3. Meine Frau und ich sind zur Zeit dabei unser erstes eigenes Haus zu bauen. Dieser Beitrag zum Thema Dachdecken ist dazu auf jeden Fall sehr hilfreich.

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