Hausbau Trends: Kubische Gebäudeformen

Hausbau Trends: Kubische Gebäudeformen

Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt. Mit den niedrigen Zinsen scheint jetzt der beste Zeitpunkt gekommen zu sein, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Neben Eigentumswohnungen sind auch Einfamilienhäuser und Grundstücke für den Neubau gefragt wie nie. Bei den Fertighäusern hat der Bundesverband Deutscher Fertigbau jetzt einen neuen Trend ausgemacht, dessen Wurzeln jedoch weit in die Vergangenheit zurückreichen: das kubische Haus. Solche Häuser gibt es schon seit den 20er Jahren. Damals entwickelten die Architekten des Bauhaus eine neue Ästhetik, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren hat.

Was ist ein kubisches Haus?

Das Wort „Kubus“ ist lateinischen Ursprungs. Es bedeutet „Würfel“. Die Grundgestaltungselemente des kubischen Hauses sind das Quadrat und der Würfel. Statt eines spitzen Dachs haben kubische Häuser ein Flachdach. Sie sind schlicht und sachlich designt. Kubus-Häuser haben meist offene Grundrisse und große Glasfenster, die viel Helligkeit ins Innere lassen. So entsteht urbanes Loft-Feeling, selbst im Einfamilienhaus. Kubische Häuser wirken sehr modern. Dabei ist der sachliche Stil schon fast hundert Jahre alt.

Stilvolle Stadtvilla © Matthias Koranzki / pixelio.de
Bild1: Stilvolle Stadtvilla

Der Bauhaus-Stil – schlicht und zeitlos

Als das Bauhaus 1919 in Weimar gegründet wurde, wurden Häuser noch mit dicken Mauern und aufwendigen Stuckverzierungen gebaut. Der nüchterne, sachliche Stil von Architekten wie Walter Gropius und Mies van der Rohe war neu und revolutionär. Die Entwürfe im Bauhaus Stil gehen immer vom Nutzen und von den Bedürfnissen der Bewohner aus. „Form follows function“ ist die oberste Maxime. Was nicht nötig ist, wird weggelassen. Dadurch wirkt der Bauhaus-Stil zeitlos und leicht, wird aber von manchen auch als kühl empfunden. Die Nationalsozialisten sahen den neuen Stil mit seiner Nähe zum Expressionismus und Kubismus als „entartete Kunst“ an. Sie verboten es, neue Wohnungen im Bauhaus-Stil zu errichten.

Ein interessantes Beispiel für den Bauhaus-Stil und seine Gegenströmung ist die Siedlung Dammerstock in Karlsruhe. Ziel beim Bau der Dammerstock-Siedlung war es, der Unter- und Mittelschicht bezahlbare Wohnungen zu verschaffen. Apropos, wer in Karlsruhe ein Haus bauen möchte, sollte vor dem Bau bei viva-haus.de vorbei schauen. Dort findet man weitere Informationen über Grundstücke, Stadteile und Hausbautipps. Diese Wohnungen sind so ausgerichtet, dass die Schlafzimmer morgens, die Wohnräume hingegen nachmittags im Sonnenlicht liegen. Die Grundrisse sollten den Bewohnern trotz der geringen Größe der Wohnungen getrennte Bereiche für Wohnen, Kochen und Schlafen bieten. Die ersten Gebäude wurden noch unter der Leitung von Walter Gropius errichtet. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr das Bauhaus auch in Deutschland seine volle Würdigung als wichtigster Baustil des 20. Jahrhunderts. Selbst die Plattenbauten in den ehemals sozialistischen Ländern sind vom Bauhaus-Stil beeinflusst. An diesen Bauten lässt sich aber auch erkennen, dass der Baustil an großen Häusern schnell monoton wirken kann. Bei freistehenden Einfamilienhäusern kann der Bauhaus-Stil jedoch alle seine Stärken ausspielen. Deswegen ist er heute so gefragt wie nie.

Welche Vorteile hat ein kubisches Haus?

Kubische Häuser haben mehrere Vorteile. Zum einen wird kein Raum durch Dachschrägen verschenkt: Die Zimmer in den oberen Stockwerken sind ebenso geräumig und leicht zu möblieren wie die Räume im Erdgeschoss. Ein weiterer Vorteil: Das Flachdach kann als Dachterrasse oder Dachgarten gestaltet werden. So entsteht ein zusätzlicher Erholungsraum für die Bewohner. Würfelförmige Häuser sind außerdem energiesparend. Durch ihre kompakte Bauweise geben sie weniger Wärme nach außen ab. Mit einer guten Dämmung lassen sich so die Anforderungen der aktuellen Energiesparverordnung viel leichter umsetzen.

Mit entsprechender Heiztechnik lässt sich ein solches Haus sogar als Passivhaus realisieren. Die effizienten Grundrisse nutzen auch kleine Grundstücke perfekt aus. Gerade Stadthäuser werden häufig in Würfelform gebaut. Die luftige, mit viel Glas gestaltete Bauweise funktioniert mit heutigen Baumaterialien sogar noch besser als früher. Besonders Fertighäuser lassen sich gut in diesem Stil verwirklichen. Fast alle großen Fertighaus-Anbieter haben mittlerweile auch kubische Modelle im Programm. Allerdings kann es in manchen Gegenden schwierig sein, eine Baugenehmigung für ein kubisches Haus zu bekommen. Zudem sind kubische Häuser etwas teurer als andere Modelle.

Bild 2: Gebäude im Bauhaus Stil
Bild 2: Gebäude im Bauhaus Stil

Fazit
Es gibt gute Gründe, warum die kubische Bauweise in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Die Prinzipien, nach denen die Bauhaus-Architekten ihre Gebäude entwarfen, sind selbst heute noch für modernes Bauen wegweisend. Neben dem zeitlosen Design gibt es aber auch viele praktische Gründe, die das Würfelhaus für Bauherren von heute attraktiv machen.

Bildquellen:

Bild 1 & Beitragsbild:
© Matthias Koranzki / pixelio.de
Bild 2: Dessauer – www.fotolia.com

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