Was beim Immobilienkauf zu beachten ist

Was beim Immobilienkauf zu beachten ist

Jeder Immobilienkauf ist ein langfristiges Unternehmen, bei dem die volle Aufmerksamkeit des Käufers gefordert wird. Nach welchen Kriterien Interessenten ihre Traumimmobilie auswählen sollten und welche Wege sich zur Finanzierung anbieten erklären der nachfolgende Beitrag Schritt für Schritt.

Fragen, die im Vorfeld zu klären sind
Die Auswahl einer perfekt geeigneten Immobilie hängt im Wesentlichen von der Lebenssituation des Interessenten ab, in der auch zukünftige Aspekte eine wichtige Rolle spielen. Haben er und seine Partnerin bereits Nachwuchs und sind weitere Kinder geplant? Ist er der Verdiener oder arbeitet seine Frau mit? Soll das Eigenheim von ihm alleine oder gemeinsam finanziert werden und was passiert bei zerrütteten Verhältnissen, respektive einer Scheidung. Vor allem die letzte Antwort hat oft unterschätzte Bedeutung, weil die Finanzierung der eigenen vier Wände über mindestens 15 Jahre läuft. Ziel soll sein, anhand dieser Punkte herauszufinden, wie groß das Haus sein muss und ob sich der Suchende dieses Format problemlos leisten kann.

Bild 1. Einfamilienhaus in guter Lage

Welche Art von Immobilie soll es sein?

In diesem Artikel gehen wir davon aus, dass eine bestehende Immobilie erworben und nicht selbst gebaut werden soll. Bestandsimmobilien haben den Vorteil, dass sie bezugsfertig sind und manchmal, beispielsweise bei Zwangsversteigerungen, sehr günstig gekauft werden können. Um eine sichere Finanzierung aufzubauen, sollten aber Reserven für Renovierungen und energetische Maßnahmen vorhanden sein. Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Lage, soll das gesuchte Haus im Zentrum oder inmitten der Natur stehen? Müssen Einkaufsmöglichkeiten und Schulen in unmittelbarer Nähe sein, sind öffentliche Verkehrsmittel wichtig oder eher ein optimales Straßennetz? Anhand dieser Kriterien sucht und findet jeder seine Wunschimmobilie. Jetzt steht mit dem Kaufpreis die nächste Herausforderung an.

Den Verkehrswert ermitteln lassen

Damit eingeschätzt werden kann, ob der verlangte Kaufpreis den Immobilienwert wiederspiegelt, gibt es kostenlose Anbieter im Internet, wie die Immobilienplattform Vermietet.de, die eine Bewertung ermöglichen. Um eine detailliertere Einschätzung des Immobilienwertes zu erlangen, beauftragt der potenzielle Käufer jedoch idealerweise einen Sachverständigen mit einem Vergleichswertgutachten. Dabei findet der Gutachter gleichzeitig versteckte Mängel und rät zum Erwerb – oder davon ab. Die Ausgaben für einen Gutachter sind immer gut angelegtes Geld, weil der Auftraggeber durch den Sachverständigen vor teuren Fehlentscheidungen bewahrt wird. Das Gutachten benötigt der Käufer zudem für den nächsten Schritt.

Die Finanzierung der Wunschimmobilie

Für die Bank oder einen anderen Kreditgeber benötigen jeder Käufer ein ordentliches Verkehrswertgutachten, weil jedes Institut den maximalen Beleihungswert feststellen muss. Wichtig ist für den Darlehensnehmer, dass die Bank nur die Immobilie, nicht aber die Nebenkosten finanziert. Für den Notar, Grundbucheintrag (2-fach), die Grunderwerbssteuer und eventuell den Makler fallen insgesamt etwa 10 Prozent des Hauspreises an. Dieses Geld und eine oben erwähnte Reserve für Instandhaltung sollten als Eigenkapital vorhanden sein. Weiteres Eigenkapital von 10 bis 20 Prozent vereinfacht den Finanzierungsprozess und lässt dem Käufer Möglichkeiten zur Verhandlung des Zinssatzes. Diesen Eigenanteil kann auch über einen zuteilungsreifen Bausparvertrag eingebracht werden. Wir raten jedem Käufer, bei verschiedenen Bankinstituten unverbindliche Angebote einzuholen, denn die Konditionen sind sehr unterschiedlich.

Unterschriften leisten
Sobald der Käufer grünes Licht von dem finanzierenden Institut hat, kann er beim Notar den Kaufvertrag für die Immobilie unterschreiben. Im nächsten Schritt unterschreibt er beim Geldgeber seiner Wahl den Darlehensvertrag. Im Idealfall entscheidet sich der Kreditnehmer für ein Annuitätendarlehen mit zwei Prozent Tilgung und dem Recht auf Sonderzahlungen. Die aktuell niedrigen Zinsen nimmt er so bald wie möglich mit einem Forward-Darlehen in die Anschlussfinanzierung mit. Abgeschlossen wird der Hauskauf mit der Eintragung ins Grundbuch mitsamt Grundschuldeintrag für die Bank.

Bildquelle:

Bild 1: Foto: ErikaWittlieb | Lizenz: CC0 Public Domain

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