Trockenbauwände mit Rigipsplatten

StänderwerkIn Wohnräumen gibt es immer wieder Anlass, Veränderungen vorzunehmen. In manchen Wohnungen finden die sprichwörtlichen Tapetenwechsel regelmäßig statt, wie es die bekannte Redewendung schon besagt. Aber auch mit kleineren Eingriffen und gestalterischen Maßnahmen lassen sich wirksame und augenfällige Effekte erzielen. Eine simple Trennwand aus umweltfreundlichem Bambus kann in einem größeren Wohnraum spezielle Bereiche entstehen lassen, die sich für eine gemütliche Sitzgarnitur mit Tischchen, der Einrichtung einer Pflanzenecke, eines Terrariums oder Aquariums eignen.

Gelegentlich besteht jedoch auch Bedarf für andersgeartete Raumteiler, wie beispielsweise: Schiebetüren oder gar fest installierte Trockenbauwände.

Typische Anwendungsfälle für Leichtbauweise

So ist Rigips ein für verschiedene Anwendungsbereiche einsetzbarer, idealer Baustoff für den Innenbereich von Wohnhäusern und Betriebsgebäuden. Es handelt sich dabei um Gipskartonplatten, deren Ursprung noch ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Unter der Bezeichnung Rigipsplatten wurden sie schon vor dem 2. Weltkrieg bekannt und beliebt. Beliebt deshalb, weil man Rigips leicht verarbeiten kann, bei der Verarbeitung wenig Abfälle entstehen, Gipskartonplatten relativ wenig Gewicht haben und Konstruktionen mit diesem Baumaterial zügig durchgeführt und fertiggestellt werden können.

In Dachgeschoss Wohnungen sind schräge Wände mehr oder weniger die Regel. Um diese Dachschrägen sauber zu verkleiden sind Rigipsplatten ideal geeignet. Das vor allem deshalb, weil eine passende Unterkonstruktion aus Holz bereits verfügbar sein sollte, auf die die Gipskartonplatten befestigt werden. Mit einem relativ überschaubaren Bedarf an Werkzeugen kann der Heimwerker dann schon zur Tat schreiten. Dazu gehören unter anderem: ein Plattenreißer, eine einfache Handbohrmaschine, die obligatorische Wasserwaage, Bleistift, eine sogenanntes Richtscheit aus Alu, eine kleine Maurerkelle, eine Glättkelle und ein Klammergerät.

Richtig Maß nehmen
Das richtige Werkzeug ist die halbe Miete © bauen-und-gestalten.de

Arbeitsschritte im Umgang mit Rigips

Mit dem Plattenreißer, der ähnlich ausschaut wie ein Teppichbodenmesser, können die Rigipsplatten auf die Wunschmaße zugeschnitten werden. Für diese Arbeitsschritte eignet sich ein sogenanntes Richtscheit, welches aus Aluminium gefertigt ist und gerade Schnitte unterstützt. Solche Richtscheite gibt es in verschiedenen Längen, mit und ohne Libelle. Die Anschaffung solcher Werkzeuge ist generell empfehlenswert, da sie vom Heimwerker für viele verschiedene Aufgaben genutzt werden können, so beispielsweise für das Schneiden von Teppichböden, von Raufasertapeten, oder einfach nur, um möglichst gerade Striche auf einer Wand, oder auf Baumaterialien zu ziehen, wie bei den hier beschriebenen Aufgaben.

Nach dem Anreißen können an den Bruchstellen der Gipskartonplatten kleine Unebenheiten entstehen. Will man diese vermeiden, dann können die Schnitte auch mit einer handelsüblichen Handsäge, oder einer Stichsäge ausgeführt werden. Wichtig ist es, die Schnittstellen (Fugen) zwischen den einzelnen Plattenstücken möglichst auf dem Material der Unterkonstruktion (hier ist es Holz) zu platzieren, damit sie dort mit dem Klammergerät stabil befestigt werden können. Es ist ebenfalls darauf zu achten, möglichst sauber zu arbeiten und die Fugen nicht zu breit werden zu lassen.

TrockenbauBild: © Claudia-Zantopp / pixelio.de
TrockenbauBild: © Claudia-Zantopp / pixelio.de

Dachbodenausbau mit Rigips

Der Dachbodenausbau ist das ideale Übungsterrain für all diejenigen, die sich gerne an solchen Aufgaben üben möchten, denn hier werden die neu entstehenden Wohnflächen, die oft nur für Hobbyzwecke, als Arbeitszimmer, oder Abstellräume hergenommen, werden nicht so kritisch unter die Lupe genommen.

Vor dem Ausbau, wird sich zumindest bei älteren Wohngebäuden noch keine Dämmung unter dem Dach befinden. Während der Montage der Rigipsplatten müssen also noch Dämmstoffe zwischen die Sparren eingefügt werden. Für diesen Zweck werden üblicherweise Mineralwollplatten hergenommen. Um höhere Feuerfestigkeit zu erreichen sind Steinwollplatten eine gute Wahl. Steinwolle stand zumindest früher im Verdacht, krebserregend zu sein. Steinwollplatten mit dem RAL-Gütezeichen gelten aber als unbedenklich. Beim Kauf sollte also darauf geachtet werden, dass sich dieses Gütezeichen auf der Verpackung der ausgesuchten Mineralwollplatten befindet.

Finale Oberflächenbehandlung

Im letzten Arbeitsschritt der Montage werden dann die Fugen noch mit sogenanntem Armierungsband überklebt, bevor diese Schnittstellen mit Fugenspachtel gefüllt und mit einer Glättkelle glattgezogen werden. Der passende Fugenspachtel, Armierungsband und andere Hilfsmittel, die für die Montage von Gibskartonplatten benötigt werden, können in nahezu jedem größeren Baumarkt gekauft werden. In den Baumärkten finden sich auch immer fachkundige Ansprechpartner, die mit gutem Rat zur Seite stehen.

Nach der Fertigstellung der Verkleidung ist zu überlegen, ob die Flächen einfach nur gestrichen, oder tapeziert werden. Raufasertapeten werden häufig für die Oberflächenbehandlung einer Rigipswand eingesetzt. Bei sauberer Verarbeitung lassen sich kleinere Unebenheiten auf den verkleideten Wandflächen und Dachschrägen kaschieren, die an den Fugen entstehen können.

Ständerwand-Trockenbau ©-Marcus-Kretschmar - Fotolia.com
Ständerwand-Trockenbau ©-Marcus-Kretschmar – Fotolia.com

Was bei der Konstruktion vom Ständerwerk zu beachten ist

Etwas grenzwertiger wird es für den weniger geübten Heimwerker, wenn ein Raumteiler in normalen Wohnräumen in dieser Art von Leichtbauweise entstehen soll, denn in solchen Fällen muss er selbst für die erforderliche Unterkonstruktion sorgen. Für diese Zwecke gibt es fertige Metallprofile zu kaufen, sogenannte CW – und UW – Profile. Solche Metallprofile bestehen meist aus Zinkblech und diese gibt es in den Baumärkte in unterschiedlichen Stärken. Das am Ende dabei entstehende Metallgerüst wird als Ständerwerk bezeichnet.

Die UW – Profile werden an Boden und Decken befestigt. Bei der Montage werden diese Profile zunächst mit der Hilfe eines speziellen Doppelklebebandes an Boden und Decke befestigt, bevor diese dann mit Betonschrauben verankert werden. Für die Befestigung von Betonschrauben werden keine Dübel benötigt. Es ist bei der Verarbeitung jedoch darauf zu achten, dass der Durchmesser der Vorbohrung kleiner ist als der Durchmesser der Betonschrauben, damit diese im Untergrund auch genügend halt finden.

Vorsicht ist auch bei der Anbringung der UW Profile am Boden geboten. Ist im Fußboden eine Bodenheizung integriert, so darf hier nicht gebohrt werden. Alternativ kann das Metallprofil am Boden mit Silicon befestigt werden. Die CW-Profile können schließlich zwischen die UW-Profile eingepasst und vernietet werden. Rigipsplatten sind in in den Breitenmaßen 62,5 cm und 125 cm erhältlich. Dementsprechend sollten auch die CW-Profile eingepasst werden, sodass sich die Fugen bei der Montage der Rigipsplatten schließlich in der Mitte der CW-Profile ergeben, wo sie dann mit sogenannte Schnellbauschrauben befestigt werden. Das Zuschneiden der Metallprofile kann mit der Hilfe einer Blechschere durchgeführt werden. Der Einsatz von Sägen, oder einer Trennscheibe wird viel Lärm verursachen und muss auch mit größerer Vorsicht erfolgen, zum Beispiel mit dem Einsatz einer Schutzbrille.

Bei der Konstruktion vom Ständerwerk ist vor allem darauf zu achten, dass die Profile im Lot, also gerade sind. Irgendwelche Fehler lassen sich nach der Fertigstellung nicht mehr korrigiern. Die Zwischenräume werden dann ebenfalls wieder mit Dämmstoffen gefüllt, die hier in erster Linie für den Schallschutz dienen.

Fazit

Rigipsplatten sind vielseitig einsetzbare Baustoffe. Gerade im Dachgeschoss bieten sich häufig gute Möglichkeiten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Material- und Arbeitsaufwand sind sehr überschaubar. Für den talentierten Heimwerker bieten sich gute Ansätze für die Erbringung von Eigenleistung. Wird die Konstruktion eine Ständerwerks erforderlich, so ist es je nach Umständen ratsam, den Fachmann einzubeziehen.

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