Wände gestalten: 3 Hingucker-Spachteltechniken

Wände gestalten: 3 Hingucker-Spachteltechniken

Sie möchten Ihren Wohnräumen das ganz besondere Etwas verleihen? Dann setzen Sie in puncto Wandgestaltung doch auf eine Spachteltechnik, die Ihren Wänden eine einzigartige Struktur gibt. Spachteltechniken gehören zu den ältesten Formen der Wandbearbeitung und wurden bereits im alten Rom, im antiken Griechenland und im Italien der Renaissance verwendet, um Wohnhäuser und Paläste zu schmücken. Unter unseren 3 Hingucker-Spachteltechniken befinden sich dementsprechend auch einige Klassiker, mit deren Hilfe Sie den Glanz antiker Paläste in Ihre vier Wände holen können.

Bild 1: Betonmuster

Trendige Beton-Optik macht Ihre Wohnung zum coolen Loft

Was früher undenkbar war, liegt heute voll im Trend. Der puristische Look von Betonflächen erfreut sich auch bei der Gestaltung von Innenräumen immer größerer Beliebtheit. Die Sichtbetonoptik verleiht ihren Wänden aber nicht nur eine einzigartige Struktur, sondern verfügt im Gegensatz zu echtem Beton über den Vorteil, dass sich Bilder und Regale deutlich leichter aufhängen lassen. Und das Beste an der Spachteltechnik für den Sichtbeton-Look ist die Einfachheit, denn das richtige Material für die Betonoptik wird von diversen Herstellern meist schon als Set angeboten.

    1. Sobald die Wand, die Sie mit dieser Spachteltechnik verschönern möchten, gesäubert, abgeklebt und mit Tiefengrund behandelt wurde, kann es losgehen.
    2. Zunächst wird der dickflüssige Spachtel, bei es sich meist um einen eingefärbten Mineralspachtel handelt, mit einem dicken Farbroller flächig auf der Wand aufgebracht. Im Gegensatz zu normalen Anstrichen ist es hier wichtig, unregelmäßig und ohne klare Richtung zu streichen.
    3. Wenn die Masse aufgebracht ist, kommt die Traufel zum Einsatz. Mit dieser wird das Material ebenfalls in regelmäßiger Unregelmäßigkeit abgezogen.
    4. Nachdem das Material für mindestens 12 Stunden durchgetrocknet ist, folgt der Auftrag der zweiten Materialkomponente. Diese ist deutlich heller und meistens auch dünnflüssiger und sorgt damit für die charakteristische Betonoberfläche. Auch hier nutzen Sie zum Auftragen den Farbroller, mit dem Sie unregelmäßige Bahnen streichen.
    5. Ist der gesamte Untergrund bedeckt, nehmen Sie wieder die Traufel zur Hand und ziehen die Wand ohne spezielle Richtung unregelmäßig ab.
    6. Nun heißt es nur noch, das zum Schutz angebrachte Klebeband abziehen und 12 Stunden warten. Schon haben Sie in Ihrer Wohnung eine trendige Betonwand.
      Wer noch mehr Expertentipps braucht, der schaut am besten im Ratgeber des Malerbetriebs Weissmaler vorbei.
Bild 2. Wüstenmuster

Kalkputz mit edlem Travertin-Effekt spachteln

Sie möchten es doch etwas traditioneller? Dann holen Sie sich mit der richtigen Spachteltechnik doch römischen Travertin ins Haus, aus dem auch die weltberühmten Säulen des Petersplatzes bestehen. Um den edlen Effekt zu erzeugen braucht es eine spezielle Spachtelmasse, die größtenteils aus feinem Marmormehl und abgelagertem Sumpfkalk besteht und von diversen Herstellern unter dem Label „Travertino“ oder „Travertin“ verkauft wird. Alles, was Sie neben dem Material noch brauchen, um Ihren Wohnräumen eine täuschend echte Travertin-Kalksteinoptik zu verleihen, sind Tiefengrund, eine Traufel und Material zum Abkleben.

    1. Reinigen Sie zunächst die Wand, die Sie bearbeiten möchten, und tragen Sie den Tiefengrund bzw. Mineralgrund auf. Sollten Sie beispielsweise in Küche oder Badezimmer fliesen überspachteln wollen, müssen diese zunächst abgeschliffen werden.
    2. Tragen Sie nun die erste Lage Spachtelmasse mit der Traufel auf und ziehen Sie die Masse gleichmäßig über die ganze Wand ab. Lassen Sie die erste Lage nun mindestens 12 Stunden trocknen.
    3. Nach der Trocknungszeit tragen Sie eine zweite Lage in genau der gleichen Weise auf wie die erste Lage. Sobald die Schicht aufgetragen ist, verpressen Sie diese mit der Traufel.
    4. Anschließend ist entweder ein gutes Gespür für natürliche Formen oder eine gute Vorlage eines Travertin-Musters gefragt. Solange die zweite Lage noch feucht ist, muss die Oberfläche für den typischen Travertin-Effekt nämlich mit der Traufelkante im 90-Grad-Winkel aufgerissen werden.
    5. Im letzten Schritt wird die fertige Wand nochmals mit der Traufel verpresst, um einen seidenmatten Glanz zu erzeugen. Wenn Sie mögen, können Sie zudem Mauerfugen einarbeiten, um der Wand zusätzlich Struktur zu verleihen.
    6. Nach einer Trocknungszeit von gut 48 Stunden können Sie schließlich Ihre persönliche Travertin-Wand bestaunen.

Edler Marmor aus dem Eimer

Marmor ist eines der edelsten und zeitlosesten Materialien, das wir kennen. Nicht umsonst wurde Marmor über die Jahrtausende hinweg in den Palästen zahlreicher Kulturen verbaut. Wenn Sie allerdings ein wenig mit dem Spachtel umgehen können, brauchen Sie kein kleines Vermögen für echten italienischen Marmor ausgeben, sondern lediglich die richtige Spachtelmasse. Für den Marmoreffekt greifen Sie am besten zu optimal zusammengesetzten Produkten, die unter dem Namen „Stucco Marmorino“ und „Stucco Veneziano“ vertrieben werden.

Säubern Sie zunächst die Wand und kleben Sie Kanten und Möbel ab. Nehmen Sie anschließend einen kleinen Farbroller oder einen Quast zur Hand und grundieren Sie die Wand mit einem Tiefengrund bzw. Haftgrund als Haftbrücke.

Um eine ebene Oberfläche zu schaffen, tragen Sie mit der Traufel nun in 1-2 Schichten einen mineralischen Grundspachtel auf und lassen diesen für mindestens 12 Stunden durchtrocknen.

    1. Bevor Sie mit der Erzeugung des Marmormusters weitermachen, schleifen Sie nun die getrocknete Oberfläche plan.
    2. Tragen Sie anschließend den „Stucco Marmorino“ bzw. den „Stucco Veneziano“ mit einem speziellen Veneziano-Spachtel auf. Die erste Lage erfolgt dabei in der sogenannten Fleckspachtelung, bei der zwischen dem kleinflächigen Materialauftrag freie Flächen bleiben.
    3. Lassen Sie die Fläche anschließend trocknen und schleifen Sie die erste Lage ab. Schließen Sie nun mit der zweiten Lage die noch vorhandenen Lücken ebenfalls in der Fleckspachteltechnik.
    4. Wiederholen Sie die Trocken- und Schleifprozedur und tragen Sie anschließen eine finale Schicht Spachtel in der gewohnten Unregelmäßigkeit auf.
    5. Nach einer erneuten Trockenphase von mindestens 12 Stunden verpassen Sie der Wand einen Feinschliff mit P1200-Sandpapier, um die finale Marmoroptik zu erzeugen.

(Optional) Wenn Sie die Spachteltechnik in Küche oder Bad verwenden möchten, sollten Sie die bearbeitete Fläche abschließend mit Wachs bzw. Antik-Seife behandeln. Dieser Schritt schützt aber nicht nur vor Spritzwasser, sondern verleiht der Oberfläche auch einen besonders starken Glanz.

Bildquellen:

Bild 1: Foto: Aneterate / pixabay.com| | Lizenz: CC0 Public Domain

Bild 2. Foto: Adonyig / pixabay.com| | Lizenz: CC0 Public Domain

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