Das Kaltraumfenster als günstige Fenstervariante für unbeheizte Räume

Wer ein Haus baut oder renoviert, ist auch mit der Auswahl der Fenster konfrontiert. Während es im Wohnbereich sehr wichtig ist, dass das Fenster energieeffizient und dementsprechend gut wärmegedämmt ist, spielt das in Räumen, die unbewohnt und deswegen unbeheizt sind, eine untergeordnete Rolle. Hier können Sie auf ein Kaltraumfenster zurückgreifen, die günstigste weil einfachste aller Fensterarten.

Wo bietet sich der Einsatz eines Kaltraumfensters an?

Kaltraumfenster finden in der Regel Verwendung in

  • Garagen
  • unbewohnten Dachböden, die zum Beispiel als Speicher genutzt werden
  • unbewohnten Kellerräumen, zum Beispiel Waschkellern oder Abstellräumen
  • Gartenhäusern/ Geräteschuppen

Ein Fenster sorgt in solchen Räumen für Tageslichteinfall und bietet eine Lüftungsmöglichkeit und ist deswegen durchaus sinnvoll. Besonders wärmedämmend oder schallisolierend muss es aber nicht sein, außerdem reicht meist auch ein recht kleines Fenster. Lediglich auf Sicherheit müssen Sie auch beim Kaltraumfenster achten, gerade im Keller oder in der Garage, wenn diese direkt ins Haus führt, damit Einbrecher sich nicht über dieses Fenster Eintritt verschaffen können.

Ein Fenstergriffschloss erschwert auch bei einem Kaltraumfenster Einbrechern das Eindringen ins Haus. Foto: HOPPE – Der gute Griff| Lizenz: CC BY-ND 2.0

Sonderfall Dachluke: Dämmung erforderlich

Ein Kaltraumfenster im unbewohnten Dach, oft auch Dachluke genannt, ist in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit. Zum einen werden solche Fenster nicht nur für die Tageslichtzufuhr und Lüftung verwendet, sondern auch als Zugang zum Dach und sollten – sofern dieser Zweck vorgesehen ist – eine dafür ausreichende Größe haben.

Zum anderen muss eine Dachluke gedämmt werden, da im Wohnbereich über eine ungedämmte Dachluke Wärme verloren geht und es außerdem zu Schimmel kommen kann. Eine Dachluke wird in der Regel entweder mit Polyurethan oder mit Mineralfaserdämmstoffen gedämmt.

Polyurethan ist ein vielseitig verwendeter Stoff, der nicht nur zum Dämmen von Wänden und Fenstern, sondern etwa auch zur Herstellung von Küchenschwämmen oder von Sitzmöbelpolster verwendet wird. Er ist der Klassiker und wird seit Jahrzehnten verwendet. Der Schaumstoff ist formstabil, aber trotzdem flexibel einsetzbar sowie wasserabweisend und feuerfest. Das Problem liegt nur in der Umweltfrage, denn zur Herstellung von Polyurethanschaum wird Erdöl benötigt, ein nicht nachwachsender und dementsprechend endlicher Rohstoff, bei dessen Verbrennung außerdem CO2 freigesetzt wird.

Mineralfaserdämmstoffe sind eine modernere Variante, die Dachluke (ebenso wie normale Fenster und Wände) zu dämmen. Bei diesen Stoffen handelt es sich um eine Mischung zumeist aus Altglas, Soda, Quarzsand und einigen verschiedenen Gesteinsarten wie Kalkstein oder Basalt. Diese Stoffe sind nicht brennbar und passen sich an schwankende Temperaturen an, sodass bei einer Dämmung mit Mineralfaserdämmstoffen auch keine Risse entstehen.

Bei der Entscheidung für den richtigen Dämmstoff kann sicherlich ein professioneller Dachdecker weiterhelfen, welcher im Idealfall auch den Einbau sowie die Dämmung der Dachluke übernehmen sollte, da er mit seinem Fachwissen genau weiß, was er tun muss und Sie sich so auf eine fehlerfreie Dämmung verlassen können. Wer aber selbst handwerklich begabt und erfahren ist, kann eine Dachluke auch selbst einbauen. Diese Anleitung hilft dabei. Bei der Dämmung ist es dennoch sinnvoll, trotzdem noch einen Dachdecker zurate zu ziehen.

Zu beachten ist: Auch wenn Sie Ihr Kaltraumfenster dämmen (lassen), so ist es immer noch ein Kaltraumfenster. Es hat deutlich dünnere Gläser (auch bei Doppelverglasungen) und ist deshalb keineswegs für einen Wohnraum geeignet.

Einbruchschutz in der Garage und im Keller: Das Kaltraumfenster absichern

In der Garage (insbesondere, wenn diese direkt ins Haus führt) und in einem unbewohnten Keller reicht zwar aus Temperaturgründen ein einfaches Kaltraumfenster, allerdings sollten Sie unbedingt dafür sorgen, dass dieses auch gut abgesichert ist, damit keine Einbrecher diese Schwachstelle am Haus für einen Einbruch nutzen können. Im Idealfall planen Sie Garagenfenster so, dass sie vom öffentlichen Bereich aus nicht sichtbar ist. Außerdem sind stabile und fachgerecht verbaute Fenstergitter sowie Sicherheitszubehör wie Griffschlösser oder Zusatzriegel empfehlenswert. Generell ist die Garage oft anfällig für Einbrüche, weil der Sicherheitsaspekt hier – im Gegensatz zum Haus – vernachlässigt wird. Tipps für eine einbruchsichere Garage, über die Absicherung der Fenster hinaus, liefert dieser Artikel.

So einfach kommen Einbrecher ins Haus

Beitragsbild: glasseyes view; Lizenz: CC BY-SA 2.0

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