Dachziegel nach DIN EN 1304 - Brandschutz mit feuerfester Keramik - Dächer mit Tondachziegeln

Biberschwanz-Dachziegel oder Pressdachziegel: für jedes Dach den richtigen Ziegel

Schon die alten Griechen erkannten lange vor Christi Geburt, dass Bauelemente aus gebranntem Ton ihre Häuser besser vor Regen schützten als Dachbedeckungen etwa aus Holz, Stroh, Schilf oder auch Schiefer. Mit den Römern verbreitete sich der Tondachziegel etwas später auch im Gebiet des heutigen Deutschlands. Aufgrund des langwierigen Herstellungsprozesses blieben allerdings bis weit in die Neuzeit hinein ziegelgedeckte Häuser der reicheren Bevölkerung vorbehalten. Ein Umstand, der sich erst durch die industrielle Revolution und die damit ermöglichte maschinelle Fertigung von Dachziegeln verbesserte. Ein frühes Patent auf Falzziegel erhielten die Gebrüder Joseph und François–Xavier Gilardoni aus dem elsässischen Altkirch im Jahre 1841. Als Erfinder des kostengünstig herzustellenden „Volks-Dachziegels“ gilt der pfälzische Ziegelfabrikant Wilhelm Ludowici (Inhabe der Ludowici Ziegelwerke) mit seinem im Jahr 1881 zum Patent angemeldeten Falzziegel Z1.

Strohdach an einem Fachwerkhaus - schlechter Brandschutz - Dächer mit Tondachziegeln
Strohdach an einem Fachwerkhaus: nicht optimal in puncto Brandschutz, daher findet man bei modernen Gebäuden und bei dichter Bebauung meist Dächer mit Tondachziegeln | Foto: colourbox.com

Arten und Funktionen von Dachziegeln

Über die Jahrhunderte hinweg sind zahlreiche Formen des Dachziegels entstanden. Grundsätzlich unterteilt man heute in zwei Arten: Strangdachziegel wie Biberschwanz-Dachziegel und Pressdachziegel wie Mönch und Nonne. In beiden Gruppen gibt es jeweils Ziegelmodelle mit oder ohne Falz. Neben der Dachentwässerung zählt vor allem der Brandschutz zu den wesentlichen Funktionen eines Dachziegels. Feuerfeste Keramik auf dem Dach ist demzufolge auch im deutschen Bauordnungsrecht zwingend vorgesehen.

Dachziegel nach DIN EN 1304 - Brandschutz mit feuerfester Keramik - Dächer mit Tondachziegeln
Dachziegel nach DIN EN 1304 tragen zum Brandschutz – etwa bei einem Gewitter wie hier in München – bei. Münchner Hausbesitzer müssen übrigens schon seit dem Jahr 1342 Dächer mit Tondachziegeln ausstatten. | Foto: colourbox.com

Normierung der Dachziegel durch die DIN EN 1304

Die wichtigsten Anforderungen an die industrielle Produktion von Dachziegeln sind durch die europaweit geltende DIN EN 1304 „Dachziegel und Formziegel“ normiert – die geltenden technischen Kriterien im Detail hier bei der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V., Bonn. Darin geregelt sind unter anderem die Wasserundurchlässigkeit, die Biegetragfähigkeit sowie das Brandverhalten (Stichwort: Feuerfeste Keramik). Erfüllt das Produkt beim Verlassen des Ziegelwerkes die wesentlichen Kriterien der Norm, so kann die CE-Kennzeichnung nach DIN EN 1304 erfolgen. Eine Übersicht über die verschiedenen Untersuchungsverfahren bei feuerfester Keramik gibt es auf www.keramikinstitut.de.

Youtube-Video der Bildungszentren des Bauhandwerks zum Beruf des Dachdeckers

Typische Dachdecker-Aufgaben: Dach decken, die Abdichtung des Dachs, Einbau eines Dachfensters oder das Anbringen einer Photovoltaik-Anlage

Kriterien beim Dachziegel-Kauf: Dachneigung, Belastbarkeit, Statik und Dachlast

Bei der Auswahl eines geeigneten Dachziegels spielt zunächst die Neigung des Daches eine entscheidende Rolle, da für jedes Ziegelmodell eine Mindestdachneigung festgelegt ist, bis zu der zuverlässiger Regenschutz besteht. So wird zum Beispiel der Biberschwanz-Dachziegel eher bei steileren Bedachungen ab 30 Grad eingesetzt. Für flache Dächer mit einer Schräge von bis zu 10 Grad gibt es wiederum spezielle Flachdachziegel. Daneben gilt es die ästhetischen Wünsche des Bauherrn, was Muster und Farbe der Dachoberfläche betrifft, zu berücksichtigen. Durch moderne Fertigungsverfahren steht hier heutzutage bezüglich der optischen Gestaltung eine bunte Vielfalt an Farbvarianten und Schattierungen zur Auswahl. Nicht zuletzt müssen bei der Wahl des geeigneten Dachziegelmodells auch Aspekte der Statik und der Belastbarkeit des vorhandenen Dachstuhles und die Dachlast – etwa in Form einer Solaranlage in Betracht gezogen werden.

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